Social-Media-Knigge Teil 4: Selbstinszenierung
Shownotes
Social-Media-Plattformen sind vielfach zu unangenehmen Orten geworden - wir möchten dem entgegenwirken. Deswegen buchstabieren wir in einer kleinen Serie verschiedene Umgangsformen durch, die dazu beitragen können, Social Media zu einem besseren Ort zu machen: Unser kleiner Social-Media-Knigge zum "abyeeten" (= mehr Positivität ins Netz bringen, Gegenteil von "abhaten").
In Folge 4 der Serie sprechen Lilith und Claudius darüber, ob es wirklich kritisch zu sehen ist, wenn sich Menschen in Social Media auf die ein oder andere Art selbst in Szene setzen. Wie sehr verlangen die Logiken der verschiedenen Plattformen Selbstinszenierung? Wo inszenieren wir uns noch selbst? Ist das überhaupt etwas Schlechtes? Und wie können wir damit Gutes erreichen? Auch zum Beispiel im Community-Management?
Im Folgehype empfiehlt Christiane Hawranek vom Bayerischen Rundfunk den Podcast "In The Dark" von The New Yorker.
Die yeet-Podcast-Folge mit Anna Kira Hippert: Wenn's gut werden soll, mach' es selbst
Das Buch von Stefan Zweig: "Montaigne".
Social Media für Glaube und Kirche - das ist der yeet-Podcast: yeet-Redakteur* innen befragen Expert* innen und Influencer* innen und begeben sich auf die Suche nach den großen und kleinen Perspektiven auf die digitalen Kirchen-Räume und Welten in den Sozialen Medien.
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zum Yeet-Podcast heute wieder mal in Kurz.
00:00:11: Und heute zum Thema Selbstinszenierung, das soll das Thema sein von unserem Social Media Knigge unsere kleine Serie.
00:00:19: Heute der vierte Teil Hi Lilith!
00:00:26: Im Moderations-Social-Media-Knege, also zum Thema Moderation.
00:00:29: Da hast du am Ende gesagt, dass Selbstinszenierung... Also das gehört gar nicht in die Kommentarspalten.
00:00:34: und irgendwie dachte ich dann so kurz, was ist denn jetzt schon falsch an Selbstinscenierung?
00:00:39: Und da sollten wir mal drüber reden!
00:00:41: Das machen wir heute weil wir haben nämlich sofort danach angefangen uns darüber zu unterhalten und deswegen wollen wir das gerne mit euch teilen.
00:00:46: unsere Gedanken dazu
00:00:48: Ja genau selbst inszenieren.
00:00:50: Wir haben uns viel Gedanken gemacht und mir ist erst einmal aufgefallen schon ein bisschen verdächtig für mich klingt.
00:00:56: Klingt so nach, naja, nach Show machen ne?
00:00:58: Nach Maske, nach Oberfläche, nach was vorspielen.
00:01:02: und in Social Media ist das ja oft auch genau so gemeint nämlich als Vorwurf.
00:01:06: selbst Inszenierung
00:01:08: Ja.
00:01:08: und ich finde Maske und Show, das passt auch alles in das Wort rein.
00:01:12: und gleichzeitig finde ich das Wort interessanter als sein Ruf weil inszenieren heißt ja zuerst einmal etwas sichtbar machen, etwas auf eine Bühne bringen.
00:01:21: Und wie das jetzt schon üblich ist in dieser Social Media Kniege ist die Wortbedeutung habe ich mitgebracht aus dem französischen Mies und Sen also etwas auf die Bühnen bringen.
00:01:31: im griechischen und lateinischen heißt es ähnlich.
00:01:33: Ich hab mir nicht angehört wie man es ausspricht deswegen lass sie es nochmal sein und es bedeutet dort neben der bühne auch Schauplatz und Zelt.
00:01:40: Das heißt die Inszenierung ist ein Mitteljahr in einem bestimmten Kontext eine passende Rolle zu spielen und zu repräsentieren Und es wird natürlich gleich ums Social-Mia gehen und eine ganz besondere Bühne.
00:01:52: Ja, aber genau da liegt ja auch mein, sag mal, Umbahagen, meinen Nichtwohlfühl damit... Weil wenn Menschen sich online ständig inszenieren, wird das ja ganz schnell irgendwie nazistisch.
00:02:02: Das wirkt wie Nazismus finde ich.
00:02:04: Wieder Versuch dass man sich selbst möglichst gut darstellt, möglichst erfolgreich, möglichst bewundernswert all diese Sachen was vielleicht gar nicht so ist.
00:02:12: Und da haben wir diesmal auch wieder ein Song mitgebracht, der genau das Macht auf den ersten Blick sich selbst besonders gut darstellen und er ist aus dem Jahr zwei Tausend Sechzehn.
00:02:21: Zehn Jahre alt jetzt schon von Megan Trainer me too heißt er.
00:02:25: und eine Textzeile daraus ist if I were you i'd wanna be me to.
00:02:30: also an deiner Stelle wäre ich auch lieber Ich.
00:02:34: Da spricht so ein übermäßiges Selbstbewusstsein raus aus diesem Song von Meghan Trainor.
00:02:39: Ich lieb ja dieses Lied, weil ich finde es macht so Spaß dazu zu tanzen.
00:03:21: Claudius was sind deine Gedanken zu dem Song?
00:03:23: Ja ich find erst mal dass der Song zehn Jahre alt ist hört man gar nicht so richtig an und vor allen Dingen die Message ist ja eigentlich aktueller denn je, weil wie du schon gesagt hast um selbst liebe und das nochmal insbesondere wenn man in der Öffentlichkeit steht.
00:03:35: Der Referent sagt Genau das was du gesagt hast, wenn ich du wäre würde auch ich sein wollen.
00:03:40: Das finde ich super provokant aber es geht ja nicht um Abwertung vom Gegenüber sondern es geht um ein klares ja vielleicht sogar freches Selbstbewusstsein.
00:03:48: also Ich bin okay so wie ich bin und das finde ich passiert wiederum genau im Spannungsfeld von unserem Thema heute.
00:03:54: Also Wie stelle ich mich öffentlich da?
00:03:57: Was ist mein Wesenskern, welches Bild haben aber auch andere von mir?
00:04:00: Für Meghan Trainor ist die Sache klar.
00:04:02: Sie dankt im Text Gott jeden Tag dafür, dass sie aufwacht und sich so wohl fühlt mit sich selbst.
00:04:07: Dass sie gar nicht anders kann als ich selbst zu lieben.
00:04:10: Und dass sie dafür auch gar niemand anderen braucht eigentlich.
00:04:13: Ich höre das Lied schon seit Jahren, aber habe nie dazu mich informiert – jetzt natürlich schon!
00:04:18: Es gab ein Skandal um das Musikvideo.
00:04:20: Ohne Meghan Trainors Wissen haben die Produzenten des Videos ihre Teile bearbeitet Und Meghan Trainor ist eine Vertreterin der No Filter Bewegung und sie hat das Video dann innerhalb weniger Stunden von sämtlichen Plattformen löschen lassen.
00:04:34: Und die Rettusche ihrer Teil je wieder rückgängig gemacht, und dann hat sie sich auch noch per Snapchat bei ihren Fans entschuldigt dafür dass sie verändert worden ist in dem Video weil sie ist auch Teil der Body Positivity Bewegungen und da passt natürlich gar nicht.
00:04:48: also das wäre ne grobe Täuschung sozusagen ihrer Fans gewesen.
00:04:52: Also sie ist gegen die Verzerrung durch Masken und Filter in Social Media.
00:04:56: Und deswegen passt es natürlich noch besser heute, wenn du den perfekten Song ausgewählt
00:05:01: hast.
00:05:02: Sie selbst sagt ja auch Zitat me too is another self love anthem about loving yourself and the chorus says if I was you i'd want to be me too how confident is that?
00:05:11: come on people also me two ist einfach nochmal eine weitere Selbstliebe hymne wo's heißt wenn ich du wäre wollte ich auch ich sein haben wir schon paraphrasiert.
00:05:20: Und dann sagt sie, wie selbstbewusst bitte ist denn dieser Referent?
00:05:23: Sagt Sie selbst über Ihren eigenen Song.
00:05:24: Kommt schon Leute!
00:05:25: Also macht's mir nach.
00:05:27: Ich will euer Vorbild sein.
00:05:28: Wie sehr das alles aber auch mit der Selbstinszenierung zusammenhängt zeigt ja wirklich die Geschichte, die du gerade erzählt hast mit dem Musikvideo also wirklich passend.
00:05:36: Aber dieser Song macht ja auch genau das.
00:05:37: Also sie inszeniert sich auch in diesem Song und der Text gibt es ja auch her.
00:05:41: Sie sagt dann jetzt zum Beispiel auch oder singt an what is that icy thing hanging around my neck?
00:05:46: thats gold.
00:05:47: show me some respect.
00:05:48: Was ist das glitzende Ding, dass um meinen Hals hängt?
00:05:50: Das ist Gold.
00:05:51: Zeig mir ein bisschen Respekt!
00:05:53: Und wer online spricht – der Welt aus, der setzt Akzente, der gibt Form.
00:05:56: und deswegen finde ich passt es super einfach zu unserem Thema heute weil ohne all das geht's auch gar nicht ohne diese Inszenierung.
00:06:03: Also du sagst selbst inszenieren is in Social Media unvermeidlich.
00:06:07: Ich würde sogar sagen, dass Selbstinszenierung grundsätzlich in Social media unvermaidlich ist und auch im Alltag Also zum Beispiel im Gespräch, im Beruf und in Beziehung.
00:06:17: Wir zeigen ja nie alles auf einmal.
00:06:18: Wir entscheiden immer was wir von uns sichtbar machen und wenn wir uns nicht kontextabhängig benehmen also zb Wenn ich jetzt morgens in Jogginghose und Ungewaschen bei einem Workshop ankommen würde, den ich sogar vielleicht auch noch halte dann würde ich wahrscheinlich nicht besonders ernst genommen werden weil Leute das auch als respektlos empfinden würden.
00:06:36: wenn man sich nicht kontaktabhängisch verhält so
00:06:40: Ja, stimmt.
00:06:40: Wir überlegen uns ja in der Regel eigentlich auch was wir anziehen bevor wir überhaupt das Haus verlassen aber bei solchen media wird es heikel finde ich weil so schon media verstärkt ist.
00:06:48: alles also die plattform belohnen nicht nur den inhalts wir wissen dass sondern auch die wirkung und dann zählt plötzlich nicht mehr nur was ich sage sondern auch wie ich erscheine das äußere.
00:06:59: ja und die logik der plattform drängt uns auch in richtung inszenierung Weil Sichtbarkeit ist ja in Social Media eine zentrale Währung.
00:07:07: Wer nicht gestaltet, der wird auch übersehen.
00:07:09: Deshalb ist die Frage nicht nur ist Selbstinszenierung gut oder schlecht sondern ich finde die Frage ist wofür dient sie?
00:07:15: Wofür dient Sie wenn wir über das Social Media reden jetzt?
00:07:18: Na ok also ist das Problem nicht dass sichtbar werden selbst findest du sondern das Motiv dahinter
00:07:22: Ja würde ich schon sagen.
00:07:23: Also ich finde es geht auch um den Preis den man zahlt.
00:07:27: Also wenn's dir jetzt nur um Aufmerksamkeit geht um jeden Preis dann wirds ja schnell leer.
00:07:32: Und wenn es jetzt aber darum geht, eine Haltung oder eine Botschaft oder eine echte Persönlichkeit erkennbar zu machen mit einer Haltung dahinter auch.
00:07:39: Dann finde ich kann Inszenierung richtig was Gutes haben weil es reicht ja nicht nur wahre Dinge zu sagen zum Beispiel christliche Werte sondern ich finde diese müssen auch in Form gegossen werden die auf Social Media funktioniert.
00:07:51: also das muss der Plattform Logik entsprechen als ästhetisch ansprechend kreativ und emotional sein.
00:08:00: Tatsächlich ja auch einige Leute aus unserem Lead-Netzwerk ziemlich gut.
00:08:04: Ich denke da zum Beispiel an Anakira Hippert, Religionswissenschaftlerin, nennt sich auf Instagram Sugar Cane, und sie zeigt sich regelmäßig in Pink!
00:08:15: Gerne im pinken Hosenanzug mit pinkem Mikrofon, mit Cowboyhut & Cowboy Stiefeln im Fitnessstudio, mit knallrotem Lippenstift, mit blondem langen Hahn... Und dann klärt sie aber aus ihrer religionswissenschaftlichen Perspektive über Scientology und Überverschwörungserzählung auf.
00:08:31: Ja, genau.
00:08:32: Sugarcane-Sanctuary also Anakira ist ein Superbeispiel für jemanden der die Regeln, die in Social Media zu beachten sind auch wirklich berücksichtigt.
00:08:42: Also Social Media wie Instagram, YouTube oder TikTok das sind ja visuelle Medien und da reicht es eben nicht nur wahre Dinge zu sagen oder das Richtige was man auch immer darunter versteht.
00:08:51: Sie müssen auch in diese Form gegossen werden?
00:08:53: die eben funktioniert auf Social Media, weil das für die Leute Orientierung schafft.
00:08:57: Also Menschen können ja auch nur in Kontakt mit deinen Themen kommen wenn sie überhaupt dann auch etwas wahrnehmen und Sie da hängen bleiben und sich überhaupt öffnen können für deine Gedanken und deine Haltung.
00:09:07: also dass ist diese besondere Sprache und der Ausdruck dieser Selbstinszenierung in diesem Video.
00:09:11: eben finde ich das braucht jemand der Social Media macht.
00:09:15: Also eine Person braucht Sichtbarkeit und wir sprechen aber heute auch deshalb drüber weil sich Menschen die Social Media machen und in unserem Netzwerk sind da auch echt oft Missverstanden fühlen.
00:09:25: Also nicht wenige von uns im Creator bekommen ja gesagt, sie würden sich immer nur selbst inszenieren und es wäre theologisch zu flach!
00:09:32: Und Anakira ganz konkret hat das ja auch bei unserem Yeet Podcast erzählt.
00:09:35: Könnt ihr nachhören die Folge?
00:09:37: Dass das auch unter Wissenschaftskolleg ihnen oft nicht verstanden wird wie diese komplexen Botschaften, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse so vereinfacht darstellen kann.
00:09:46: Das heißt Selbstinszenierung ist in Social Media etwas Darstellen dass mir entspricht.
00:09:51: also das Thema Plattformgerechte und kontextgerechte Authentizität.
00:09:56: Ja, eine Übersetzung unsichtbare!
00:09:58: Und die Frage ist dann nur ob diese Übersetzungen ehrlich bleibt oder auch manipulativ wird?
00:10:03: Da gibt es eine gute Doku auf Netflix – die Menosphere kann ich empfehlen.
00:10:07: da ist genau das Thema.
00:10:09: Eine manipulative Nutzung von Social Media.
00:10:11: Aber wovon läuft genau diese Grenze?
00:10:13: Das ist ja schwierig.
00:10:14: Ja vielleicht dort wo das Bild wichtiger wird als die Wirklichkeit.
00:10:18: Also wenn ich nicht mehr zeige wer' ich bin, sondern nur noch ein optimiertes Produkt von mir selbst.
00:10:23: Dann wird's problematisch, finde ich!
00:10:25: Wenn ich den Logiken und Anforderungen anderer Folge und nicht einen Teil meines inneren Kerns auch zeige... Ich komme da deswegen darauf, weil ich lese gerade mal wieder ein Buch jetzt an dieser Stelle der Buchtipp, der ja auch schon obligatorisches in diesen Social Media-Kniege.
00:10:38: Dann machen wir jetzt offiziell also ...der Social Media Kniegebuchtipp.
00:10:43: Also, ich lese gerade eine Biographie über den französischen Philosophen Montagne.
00:10:48: Die der Schriftsteller Stefan Zweig, neunzeitzweinvierzig verfasst hat und demnach war Montagnes Lebensinhalt nach seinem Selbstsein zu suchen.
00:10:56: Und von Pascal wurde Montagna deswegen auch das Narzissmus bezichtigt für seine Suche nach sich selbst, für dieses Atrestoir Mem oder so heißt es glaube ich.
00:11:04: Und Stefan Zweigs schreibt aber an einer Stelle diesen Satz, den ich für echt interessant halte in unserem Zusammenhang.
00:11:11: Er schreibt nämlich Wer sein eigenes Leben schildert, lebt für alle Menschen.
00:11:17: Passt du so schon mit dir, oder?
00:11:19: Und dann schreibt er weiter wer seine Zeit zum Ausdruck bringt... ...für alle Zeiten also lebt for alle Zeiten
00:11:26: und stellvertretung quasi
00:11:27: ja genau das ist auch das was passiert.
00:11:29: es geht immer um Identifikationen auch bei dieser selbst inszenierung.
00:11:33: also ich finde dass so schön weil zwei beschreibt Montagny auch als jemandem, der dadurch das er sich selbst ehrlich immer neu kennengelernt hat.
00:11:40: Seinen eigenen Motiven auf den Grund gegangen ist, dass er dadurch auch so eine große Offenheit hatte anderen ganz nah zu begegnen.
00:11:47: und zweig schreibt, dass Montagnya ein Mensch gewesen sei da die Freiheit der Anderen und seiner Eigen auch als großes Bekenntnis der Vielfalt gelebt hat.
00:11:57: Und das finde ich sehr schön.
00:11:58: Das passt eigentlich ganz gut zu unseren Ideen.
00:12:01: also wer dem nach Gutes Selbstinszenierung eher sich klar zeigen, ohne sich zu verfälschen.
00:12:09: Also eben auch nicht damit zu verstecken, nicht diskret zu bleiben sondern eher zu leuchten sag ich.
00:12:15: Das zu verstärken was einen ausmacht?
00:12:17: Was einem wichtig ist?
00:12:18: Ja erleuchten ist immer schön und es lichtigt unter den Schaffelstellungen.
00:12:24: Ja.
00:12:24: Und das bewusst und dann nicht künstlich, gestaltet aber nicht gelogen oder zugänglich vielleicht, aber sich selbst nicht bloß stellen.
00:12:33: Darum geht es nicht.
00:12:33: also Teresa Brückner, Teresa liebt auf Instagram auch Creatorin in unserem Netzwerk die hat schon früh in Workshops immer wieder beschrieben was für sie der Unterschied ist zwischen persönlich und privat.
00:12:44: Und darum geht es, glaube ich auch an dieser Stelle.
00:12:46: Es wird ja Authentizität gefordert um dieses persönliche zu zeigen aber da ist zum Beispiel nicht dieses bloßstellen aber auch nichts was die eigentlich gar nicht entspricht.
00:12:54: also deswegen ich glaube das Persönlich ist es...
00:12:56: ...und es ist ein Unterschied sozusagen man kann sich persönlich zeigen ohne dass man alles private ausplaudern muss so zu sagen es wäre eine Möglichkeit der Inszenierung für sich selbst als persönlich zu inszenieren.
00:13:07: Also das gefällt mir wirklich Weil das holt das Wort Selbstinszenierung so ein bisschen aus der Ecke des Vorwurfs raus.
00:13:14: Es macht sichtbar, dass auch Präsentation sage ich mal eine Form von Verantwortung sein kann und Inszenierung wird auf diese Art und Weise zu was einem gutes Ziel verfolgt.
00:13:24: Ja, ein gutes Ziel und es ist auch geradezu wichtig in Social Media weil manchmal wird's so getan finde ich jetzt gäbs nur so diese zwei Möglichkeiten entweder perfekt inszeniert oder komplett ungefiltert echt.
00:13:35: Und ich finde, das ist aber ein falscher Gegensatz.
00:13:37: Ja stimmt!
00:13:38: Also das Ungefählterte kann ja natürlich auch komplett inszeniert sein und auch der Satz Ich bin einfach ganz authentisch.
00:13:44: Kann ja einfach nur wieder eine Rolle sein die am Ende gespielt ist.
00:13:48: also ich find komplette Authentizität ist ja eigentlich auch wirklich eher was abstraktes.
00:13:53: also gibt es ja so eigentlich gar nicht.
00:13:56: Möglicherweise haben wir es jetzt mit Selbstinszenierung abgegolten, aber vielleicht müssen wir da auch noch mal drüber sprechen.
00:14:00: Es ist eine Authentizität weil das so ein Geist ist und vielleicht kann's auch schon niemand mehr hören.
00:14:04: Also und da gehts um Echtheit und dass es eben nicht dasselbe wie völlig unkontrolliert zu sein.
00:14:10: Ich weiß gar nicht wer das war.
00:14:11: Irgendjemand hat das als Stimmigkeit.
00:14:13: also dass ich mich authentisch verhalte jeweils kontextabhängig.
00:14:16: Das wird dann als stimmig statt authentisch.
00:14:18: Ja finde ich plausibel.
00:14:20: Also passend zur Situation zum Beispiel und zum Umfeld und zu dem was ich sagen will und so.
00:14:24: Und Inszenierung eben auch nicht das Gleiche wie Lügen.
00:14:27: Ja,
00:14:27: das ist ja quasi das Klischee wäre das im Prinzip das Trotschlagargument.
00:14:33: Eigentlich wäre es wirklich eine gute Point für den Podcast vielleicht sogar ein kleiner Aha-Moment finde ich.
00:14:37: Ja absolut!
00:14:38: Wenn wir jetzt das Wort nur negativ lesen verliern wir die positive Seite dass Menschen sich zeigen um verstanden zu werden und etwas Gutes zu teilen und Verbindungen dann auch zu ermöglichen.
00:14:49: Und vielleicht sogar auch Mut zu machen weil manchmal braucht man eine gute Botschaft eben auch einfach einen guten Auftritt
00:14:55: Und da soll nicht nur das Ego glänzen, sondern auch das Anliegen gesehen werden.
00:15:00: Also in der Community-Moderation könnte es selbst in Szenierung um nochmal zurückzugreifend auf die letzte Folge dann eventuell auch bedeuten dass wir eine Rolle stimmig ausgestalten für einen ganz bestimmten Zweck also zum Beispiel neutral zu sein oder gerecht oder ausgleichen.
00:15:17: Vor allen Dingen aber haben wir auch letzte Folge wirklich starker vorgehoben und eine Rolle die sich immerzu in Empathie übt.
00:15:24: Selbst Inszenierung wäre also auch da sogar nicht automatisch negativ.
00:15:29: Weil sie auch bedeuten kann, dass man sich ganz bewusst und klar und verantwortlich in Szene setzt?
00:15:34: Also nicht nur für die Reichweite
00:15:37: sondern eben ja für die Beziehung und nicht nur Für die Wirkung
00:15:40: Und für die Wahrheit in Form Oder wie der Philosoph Hegel über die Kunst sagt.
00:15:45: Ja, die Wahrheit in Form hat sich schönern.
00:15:46: Es hatte Hegel gesagt, in der ästhetischen Philosophie wusstest du, dass es ästhätische Philosophien gibt?
00:15:51: Wir dürfen so viel lernen, das ist nicht gut.
00:15:53: Und ihr mit uns!
00:15:55: Genau.
00:15:55: und Hegel hat nämlich gesagt Wahrheit im Formen der sinnlichen Kunstgestaltung.
00:16:01: Und da eine abstrakte Wahrheit, also ein Gedanke, einen Wert oder eine Botschaft werden erst durch eine konkrete und gestaltete Form.
00:16:08: Also zum Beispiel was Social Media angeht, ein Bild, ein Video, ein Text für uns Menschen erfassbar und wirksam.
00:16:13: Selbst Inszenierung ist also eine Kunst auch in social media.
00:16:17: Ach schön aber bitte mit Verantwortung!
00:16:20: Absolut
00:16:20: ja
00:16:23: Ja, vielleicht so viel dazu.
00:16:24: Wir sind gespannt was Teil fünf bringen wird.
00:16:26: sendet uns gerne Vorschläge welches Wort welchen Begriff welchen Themenbereich ihr gerne weiterhin in Social Media Knie gehören will oder auch sonst bei uns im Podcast Gästevorschlägen Anregungen natürlich auch Fragen und Kritik.
00:16:36: Ihr wisst wir uns erreicht über unseren Insta-Kanal Edit unterstrichen Netzwerk Oder unsere Website.
00:16:41: erjied.de bleibt bei uns und hört auch nächstes mal wieder rein.
00:16:45: Urevoire oder Montagne hat als Erstsprachelatein oder Salve.
00:16:53: Was bleibe ich da noch zu sagen?
00:16:54: Macht's gut und viel Spaß mit
00:16:57: dem Volk!
00:17:16: Ich bin Christiane Haftberneck.
00:17:18: Ich bin Journalistin beim Bayerischen Rundfunk, bei BR-Recherche im Investigativ Team.
00:17:24: Und auf Instagram findet ihr mich unter meinem Klarnamen christianen.haftberneck Was ich zurzeit gerne höre, ist der Podcast In the Dark.
00:17:34: Das ist
00:17:35: ein
00:17:36: True Crime-Podcast von The New Yorker.
00:17:40: Das wirklich sehr spannend und toll erzählt!
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